Produktisierung: Vom Individualprojekt zum Standardprodukt

Ein Individualprojekt umzusetzen ist eine Sache. Daraus dann ein Standardprodukt für viele Kunden und über mehrere Jahre zu machen (Produktisierung) ist eine ganz andere Aufgabe. Die Anforderungen sind vollkommen verschieden. Treiber ist nicht mehr der Einzelkunde, sondern die Produkteroadmap; Vorinvestitionen sind gefragt, die erst nach und nach rentabilisiert werden können; und eine langfristige Roadmap ist zwingend, denn nur auf konkreten Kundenwunsch hin zu reagieren und zu entwickeln kann fatal sein.  

Der Übergang vom Individualprojekt zum Standardprodukt ist zu schaffen, davon sind wir überzeugt. Massgebend ist hier die Industrie, zum Beispiel im Flugzeugbau: Konstruiert wird gemäss konkreten Vorgaben namentlich bekannter möglicher Kunden, gebaut wird erst wenn genug Initialkunden vorhanden sind. Der Hersteller verpflichtet sich, die Vorstellungen seiner Kunden einzuhalten, Letter of Intents und Kaufabsichten sichern die finanzielle Seite ab.

Ein solches strukturiertes Vorgehen ist auch bei kleineren Unternehmen möglich, wenn wesentliche Elemente beachtet werden:

  • Sehr früher verbindlicher Einbezug der möglichen Kunden, sowohl was die Spezifikationen wie auch was die Abnahme und den Kauf betrifft.
  • Prototyping so früh als möglich, um die Risiken einer Entwicklung am Markt vorbei zu reduzieren.
  • Ein Finanzmanagement und eine Preisgestaltung, die eine langfristige Basis darstellen. Faustregel z.B. bei Standard Software ist: ein Drittel der Lizenzeinnahmen wird zur Rückzahlung der getätigten Investitionen verwendet, ein Drittel für den laufenden Support und ein Drittel ist reserviert für zukünftig notwendige Weiterentwicklungen, die nicht an Kunden verrechnet werden können.
  • Klar strukturiertes und für Kunden transparentes Management der Spezifikationen und Changes; diese haben den Überblick darüber, was sie wann für welchen Preis erhalten.

   Beispiel Flugzeugbau: Entwicklung auf Mass und in enger Abstimmung mit Kunden